Projekt Santa Catarina
 
 Momentaufnahmen aus Santa Catarina (Stand Ende 2003)
 
FLB/AIFFLA arbeiteten für die Regierung des Staates Santa Catarina ein Projekt zum Erhalt und zur Förderung des Personenverkehrs, besonders der touristischen Art, aus. Als erstes entstand daraus die Bahnverwaltung des Staates Santa Catarina als Abteilung des lokalen Transportministeriums und es konnte verhindert werden, dass die ursprüngliche Nord - Süd - Bahn durch das Vale do Contestado, entlang des Rio do Peixe, durch den Konzessionär América Latina Logística ganz aufgegeben und zum Abbruch freigegeben wurde. 
 
Die Strecke wurde 1908 - 1910 als Estrada de Ferro São Paulo a Rio Grande do Sul erbaut. Porto União da Vitória wurde jedoch schon 1905 von Norden her erreicht. Der Personenverkehr in Richtung Marcelino Ramos endete etwa 
1988 - 1989, der Güterverkehr weitgehend um 1998 - 1999. 1998 befuhr ein Wahlkampfzug die Strecke, wahrscheinlich der letzte Personenzug, welcher die ganze Linie benutzte. Bis Ende 2003 hatte sich einiges verändert und man kann voller Hoffnung sein, dass die Contestado-Bahn eine neue Zukunft vor sich hat. 
 
Porto União da Vitória (Km 0): der heutige, sehr grosszügige Bahnhof, wurde 1942 eröffnet; in der Bahnsteighalle liegt von drei Geleisen eines noch durchgehend, ein weiteres endet heute in der Halle, wobei auf letzterem noch immer zwei Personenwagen stehen. Das Lokdepot ist auf der Schiene noch erreichbar, das Gebäude beginnt jedoch zu zerfallen. Die Strecke nach Mafra ist noch vorhanden, wurde aber offenbar seit 2000 nicht befahren, jene nach Engenheiro Gutierrez (Richtung Norden) wurde 1995 stillgelegt und 1996 - 1998 weitgehend abgebaut. Das Bahnhofsgebäude ist  leer. 
 
Im Laufe des Jahres 2003 fanden umfangreiche Arbeiten an der Strecke zwischen Porto União da Vitória und Engenheiro Eugênio de Mello statt und im September 2003 fuhr bereits der erste, von einer Dampflokomotive geführte öffentliche Zug, über diesen Streckenabschnitt! In E. E. de Mello wurde nur das Durchgangsgeleise wieder hergerichtet, womit die Ruhe der Bewohner des Bahnhofes wohl ungestört bleibt, von den gelegentlichen Bahnfahrten abgesehen.
 
Engenheiro Eugênio de Mello (Km 5): 5 km südlich Porto União, ist nicht erreichbar, da 2000 ein Erdrutsch das Trassé verschüttete. Der Nutzer der verlassenen Station hat in "Eigenarbeit" das Bahnsteiggleis entfernt und verwendet die Holzschwellen "bahnfremd". Dieser Bahnhof besteht zumindest in Form eines Durchgangsgeleises wieder, siehe oben. Bei den Dampfbahnfahrten bieten die Bewohner des Ortes und des Bahnhofes sogar einen Verpflegungsservice auf dem Bahnsteig an!
 
Achilles Stenghel (Km 16): Geleise liegen noch, der Bahnhof wurde abgebrochen.  Das Geleise wurde teilweise repariert und ist befahrbar.
 
Nova Galícia (Km 29): Existiert nicht mehr, da die Strecke verlegt wurde. Der alte Bahnhof ist Privathaus geworden. 
Am neuen Bahnhof Nova Galicia Nova wurden Ende August 2003 die Geleise vom Unkraut befreit mittels Brandrodung und die Geleise 2 und 3 entfernt, um die Weichen einzusparen. Abgesehen von einer öffentlichen Sonderfahrt verkehren hier nun recht oft private Wägelchen (mit "Fussantrieb") der Bewohner entlang der wieder intakten Strecke.
 
Cerro Pelado (Km 37): Die Geleise liegen noch unter viel Bewuchs, das Bahnhofsgebäude wird privat bewohnt. 
Büsche und spriessende Bäumchen wurden entfernt; wenn auch noch Gras spriesst, so ist das Geleise doch befahrbar.
 
Maquinista Molina (Km 45): Keine Angaben
 
Matos Costa (Km 57): Das 1948 erbaute Bahnhofsgebäude wurde durch die Gemeinde 2002 renoviert, obwohl es nicht benutzt wird; das Bahnsteiggleis ist noch vorhanden und befindet sich in recht gutem Zustand. Hier wurde festgestellt das die Strecke in einwandfreiem Zustand ist und 50 km/h erlaubt sind!
 
General Dutra (Km 72): Gebäudezustand unbekannt, Geleise vorhanden. Das Dach des schon länger baufälligen Gebäudes muss schon 2002 eingestürzt sein; inzwischen haben sich die Schäden noch vergrössert, der Schornstein ist zusammen gebrochen. Das Gebäude wird 2004 abgerissen. Das Geleise wurde repariert.
 
Calmon (Km 83): Das hölzerne Bahnhofsgebäude in einer der kältesten Gegenden Brasiliens (im Winter wird es oft kälter als +5°!) ist verlassen, befindet sich aber in benutzbarem Zustand; die Geleise sind zwar im Gras, aber befahrbar. 
Die Strassenüberführung wurde ein wenig repariert (aber wohl eher wegen der Strasse) und es wurde entschieden, beide Durchgangsgeleise befahrbar zu halten. Es fuhr 2003 noch kein Zug durch.
 
Anhangüera (Km 96): Hier steht noch der Wassertank; er wurde neulich auf seine Dichtigkeit gestestet, die Schienen weisen Grasbewuchs auf. Der Bahnhof wurde schon 1985 abgetragen und komplett in Curitiba, allerdings für andere Zwecke, wieder aufgebaut.
 
Presidente Pena (Km 109): Das hölzerne Bahnhofsgebäude befindet sich in schlechtem Zustand, die Nebengebäude wie z.B. das WC hingegen machen einen renovierten oder konservierten Eindruck. Das Bahnsteiggleis ist befahrbar, das 2. Gleis wohl kaum, da die meisten Schwellen aus "Altersgründen" zerbrochen sind. Erste Arbeiten bei der Bekämpfung des Bewuchses haben Anfang 2004 begonnen.
 
Adolfo Kondér (Km 123): Bahnhof schon lange abgebrochen, das Streckengeleise führt noch durch, sonst findet man nur noch Bewuchs. 
 
Caçador (Km 133): Diese Stadt hat zwei Bahnhöfe: Caçador, der alte hölzerne Bahnhof, welcher zu einem Museum umgebaut und wo eine Dampflok davor aufgestellt wurde. Caçador Nova, der neue, 1942 erbaute, moderne Bahnhof, in welchem noch 1998 Güter umgeschlagen wurden. Die Geleise 1 und 2 sind jedenfalls befahrbar, solange sie nicht grad als Parkplatz verwendet werden; die übrigen Geleise sehen eher schlecht aus. Der Bahnhof steht leer und benötigt einen neuen Anstrich. Einige Räumlichkeiten des Bahnhofes wurden zu einem Bordell umgewandelt. Die Weichen auf beiden Seiten des Bahnhofes sollen im Februar 2004 einem Funktionstest unterzogen worden und für brauchbar eingestuft worden sein.
 
Engenheiro Leite Ribeiro (Km 146): Die Station wurde vor einiger Zeit abgebrochen; Teile des Bahnsteiges liegen noch unter dichtem Bewuchs; auch das Geleise ist stellenweise nur noch schlecht auszumachen, so dicht sind die wilden Pflanzen. 
 
Coronel Tibúrcio Cavalcanti (Km 155): Der Bahnhof ist nur noch schwer zu finden. Das Gebäude steht schon länger nicht mehr, der Bahnsteig ist unter Büschen und wildem Zuckerrohr verschwunden, die Bäume ragen weit ins Lichtraumprofil hinein, nur der moderne Wasserturm mit Tank aus Beton befindet sich noch in recht gutem Zustand. 
 
Rio das Antas (Km 168): Der Bahnhof ist, obwohl verschlossen, in bestem Zustand, was auch für Nebengebäude und Geleise gilt. Zwischen Mai und August 2003 wurden rund 100 Schwellen im Bereich des Bahnhofes und der Ortsdurchfahrt ersetzt und die Rillen der Bahnübergänge freigelegt.
 
Ipoméia (Km 176): Das Gebäude ist "ainda em pé", was soviel heisst wie "steht noch" und ist offenbar bewohnt, es ist jedoch schlecht unterhalten. Das Geleise davor ist ebenfalls sehr erneuerungsbedürftig. Aus Richtung Rio das Antas wurde das Geleise von "grossem Bewuchs" befreit, das Gras steht allerdings noch immer.
 
Gramado (Km 184): Der kleine Bahnhof ist heute mietfreie Wohnung einer Frau aus Rio das Antas und ist relativ gut konserviert; das erste Gleis am Bahnsteig wurde schon lange entfernt, die anderen zwei Geleise befinden sich in recht gutem Zustand. 2003 erreichten zwei Sonderzüge von Videira her diesen Bahnhof.
 
Videira (Km 199): Das sehr langgestreckte Bahnhofsgebäude von Videira ist in sehr gutem Zustand und wird als Kulturzentrum und Zentrum für lokales Handwerk genutzt. Alle drei Geleise befinden sich in gutem Zustand. Eine Weinhandlung und Weindegustation wurde zusätzlich im Bahnhof eingerichtet. 2003 erreichten, trotz nicht immer problemlosem Zustand des Streckengeleises mindestens 5 Dampfzüge von Süden her Videira, und 5 bis 10 Mal im Monat verkehrt eine 6-plätzige offene Motordraisine für Kleingruppen aus dem 33 km entfernten Tangará bis hier her.
 
Pinheiro Prêto (Km 217): Der Bahnhof dient als Wohnhaus und befindet sich in mittelmässigem Zustand. Es existiert nur noch das Bahnsteiggleis. Zwischen Pinheiro Prêto (was übrigens Pinot Noir, von der dort angebauten Weintraubensorte her, bedeutet) und Videira fanden 2001 und 2002 gelegentlich Draisinenfahrten mit einer kleinen, dachlosen Motordraisine, auf welcher 6 Personen mitfahren können, statt. 
 
Tangará (Km 232): Wenn auch das hölzerne Bahnhofsgebäude langsam Spuren des Alters aufweist, so wird es offensichtlich etwas gepflegt und es werden Blumenkübel und Weihnachtsschmuck von der Gemeinde angebracht. Die Umgebung wird sauber gehalten. Die Geleise sind in brauchbarem Zustand und kaum bewachsen. Die Umgebung des Bahnhofes wurde, zum Teil von der Gemeinde, saniert, der Zugang (Treppe) von der höher liegenden Strasse erneuert und der Parkplatz zu den Geleisen hin neu eingezäunt. Die blanken Geleise deuten auf relativ regen Verkehr hin. Die Gemeinde konnte noch kein Geld für einen Neuanstrich des Bahnhofes auftreiben.
 
General Goës (Km 240): Man findet nur noch das Streckengeleise, welches keinen üblen Eindruck macht, und da wo die Bäume nicht ganz so gross sind, soll der Bahnhof gewesen sein. 
 
Ibicaré (Km 252): Beide Geleise und die Weichen sind noch in brauchbarem Zustand; der Bahnhof selber ist sehr gut erhalten und wird in einem Raum noch von einem alten Eisenbahner bewohnt. Die Gemeinde hilft beim Unterhalt des Gebäudes. Die Weichen wurden geschmiert. Ausserdem sagten in Zeitungsinterviews mehrere Leute aus Ibicaré, dass sie lieber mit dem Zug nach Herval d’Oeste gefahren sind, obwohl der Dampfzug und auch die Litorina einiges mehr kosten als der Bus, und es wird bemängelt, dass "so unregelmässig und nicht mal jeden Monat gefahren würde".
 
Luzerna (Km 268): Wildes Zuckerrohr und Bäume prägen das Bild des Ortes, wo sich der Bahnhof befand; auch das Geleise verschwindet bald unter dem üppig wachsenden Zuckerrohr. Mitte 2002 wurde begonnen, die Vegetation aus dem Geleise zu entfernen. 
 
Herval d’Oeste (Km 273): Der Bahnhof ist heute Schulhaus. Vom einst recht umfangreichen Gleisfeld sind noch zwei Geleise vorhanden, wobei diese bei Regen ziemlich tief im Schlamm versinken. Mitte 2002 wurde ein Bauzug nach 
Herval d’Oeste gebracht (via Rio Grande do Sul), welcher die Strecke nach Tangará instand setzt. Ein Triebwagen der ABPF (brasilianische Eisenbahnfreunde-Vereinigung) wird ab etwa März 2003 regelmässig zwischen Tangará und Herval d’Oeste verkehren. Die Strecke von Herval d’Oeste nach Süden, bis Marcelino Ramos und nach Norden bis Gramado, ist soweit restauriert worden, dass sowohl Personen- als auch Güterverkehr stattfinden kann. 
  
Geschwindigkeitsbeschränkungen zwischen 20 und 60 (!) km/h bestehen weiterhin an verschiedenen Stellen. Am südlichen Bahnübergang am Bahnhof Herval d’Oeste hat die Gemeinde begonnen, Entwässerungsgräben zu ziehen, um bei Regen Überschwemmungen an der Ausfahrweiche zu verhindern. Während sich die Fahrten mit Sonderzügen 2003 erfreulich entwickelten sind sowohl Dampfzüge, als auch Litorinas (Triebwagen), Autos de Linha (Personenautos auf Schienenrädern) und Motordraisinen recht oft gefahren. Die Güterverkehrsgesellschaft ALL konnte aber nicht dazu bewogen werden, den Güterverkehr aufzunehmen. Im Gegenteil, sie gab Mitte 2003 sogar die Bedienung von Marcelino  Ramos auf und endet heute mit ihren Zügen in Passo Fundo, 173 km weiter südlich!
 
Itororó (Km 281): Die Haltestelle ist schon etwa 1990 abgebrochen worden; nur das Streckengeleise ist noch in befahrbarem Zustand. In einer breiten Schneise wurde jeglicher Bewuchs links und rechts des Geleises entfernt, das Geleise stellenweise gerichtet und ein Zugangsweg zur Stelle wo sich früher die Bahnstation befand angelegt.
 
Barra Fría (Km 291): Nur Gras, wo einst die Station stand; das Geleise ist, wenn auch reichlich mit Gras überwuchert, befahrbar. 
 
Leão (Km 303): "Zum Glück weiss die Lok, wo die Schienen liegen", so müsste der Zustand im Bereich dieser einstigen Haltestelle, weitab jeglicher Behausung, lauten und doch wurde hier 2003 schon einige Male vorbeigefahren. Ein Bahnhof steht jedoch schon seit etwa 1982 nicht mehr.
 
Capinzal (Km 305): Der Bahnhof steht noch, ist in mittelmässigem Zustand und wird als Materiallager benutzt; das Gleis ist befahrbar. Nur Gleis 2 wurde regelmässig für die Sonderfahrten genutzt, Gleis 1 versinkt immer mehr unter Abfällen.
 
Avaí (Km 316): Der Bahnhof wurde schon vor einiger Zeit abgebrochen; es führt noch das befahrbare Streckengeleise vorbei. 
 
Barra Pinheiro (Km 324): Vom Bahnhof steht schon lange nichts mehr, hingegen wird eine hölzerne Hütte nebenan, die schon früher dem Bahnunterhalt diente, wieder genutzt. Obwohl das Geleise hier manchmal bedrohlich in der Erde versinkt, wird es uneingeschränkt befahren.
 
Piratuba (Km 336): Der Bahnhof wird heute als Wohnhaus benutzt, das Streckengeleise ist befahrbar. Gleis 1 wurde etwas erneuert. In Piratuba fanden im Oktober, November und Dezember 2003 sogar Zugsbegegnungen statt, mit gleichzeitig verkehrendem Auto de Linha Marcelino Ramos - Herval d’Oeste und Dampfzug Marcelino Ramos - Piratuba.
 
Rio Uruguaí (Km 356): Der Bahnhof, wie auch das einstige Bw, wurden inzwischen abgebrochen. Überreste des Bahnsteiges sind aber noch zu finden. Das Geleise führt von hier über eine hohe und lange Brücke "als wenn der Zug im Himmel schwebte" (Zitat einer regionalen Zeitung von 1999 anlässlich einer Sonderfahrt Marcelino Ramos - Herval d’Oeste) nach Marcelino Ramos, dem ersten Bahnhof der Strecke in Rio Grande do Sul, der noch immer vereinzelt Ziel von Güterzügen aus Porto Alegre ist. Im Bereich des Ortes wurde das Geleise neu geschottert, und es wurden Schwellen ausgewechselt.
 
Volta Grande (Km 359): Diese Haltestelle an der Auffahrt zu besagter Brücke über den Rio Uruguay existiert schon lange nicht mehr. Im Bereich der Brücke, welche gleichzeitig Bahn und Strasse dient, wurde der Strassenkörper teilweise erneuert und dabei auch Geleise repariert; ausserdem wurde die Beleuchtung auf der Brücke restauriert. Wie schon früher besteht der Halt in Volta Grande in erster Linie darin, den Strassenverkehr aufzuhalten, damit der Zug die Brücke überqueren kann.
 
Marcelino Ramos (Km 361): Der Bahnhof Marcelino Ramos im Staat Rio Grande do Sul wurde erst 2003 vom Güterverkehrsunternehmen ALL aufgegeben, da angeblich zu wenig Güter verladen wurden. Wenn man sich aber die sehr engen Platzverhältnisse des Bahnhofes zwischen Fluss und Hügelkette ansieht, wundert es nicht, das hier kaum Anlieferungen mit grossen Lkw’s erfolgten. Die viergleisige Bahnhofsanlage ist noch immer in recht gutem Zustand, wenn auch das Gebäude einen neuen Anstrich vertragen könnte. Die recht regelmässig verkehrenden Touristenzüge Marcelino Ramos - Piratuba und die gelegentlichen Fahrten nach Herval d’Oeste ziehen ein grosses Publikum an. Reisebusse aus Porto Alegre, Florianópolis, Passo Fundo, Santa Maria und einmal sogar aus Posadas in Argentinien (gemäss Jornal de Sta. Catarina) zwängen sich auf den engen Bahnhofsvorplatz. Die vollen Züge hätten jeweils die grösste Mühe die steile, in einer sehr engen Kurve liegende Auffahrt vom Bahnhof zur Brücke über den Rio Uruguay zu schaffen.
 
Obwohl bereits im Teilstaat Rio Grande do Sul gelegen, sollen doch die unmittelbar anschliessenden Stationen genannt werden, denn sie stehen in direktem Zusammenhang mit dem touristischen Verkehr auf dieser Strecke in Santa Catarina.
 
Das Rollmaterial, welches heute im Bereich der Bahn durch das Vale do Contestado eingesetzt wird, musste weit- gehend auf dem langen Umweg aus Mafra, Joinville und anderen Orten in Santa Catarina über Lages, Montenegro und Passo Fundo herangefahren werden, denn in Tat und Wahrheit ist die von der ALL aber als befahrbar vermerkte Bahnstrecke Mafra - Marcílo Días - Porto União da Vitória absolut nicht mehr benutzbar. Bei Canivete sind die Geleise von Erde zugeschüttet, bzw. in dieser versunken, bei General Brito sind bereits stattliche Bäume im Gleis gewachsen 
und bei Taunay fehlen die Schienen auf etwa 3 km Länge ganz. Deshalb dieser Umweg von vielen hundert Kilometern. Die Verantwortlichen von ALL haben diese Fahrten nur ungern zugelassen, doch mit einer bundesstaatlichen Behörde im Hintergrund waren sie machtlos. Einmal in Marcelino Ramos angekommen, lag es für die Betreiber ABPF und den Teilstaat Santa Catarina auf der Hand, auch mal "in fremden Landen" etwas herumzufahren, besonders nachdem ALL jegliche Bedienung der Orte nördlich von Passo Fundo aufgab. Ohne Konzession des Teilstaates Rio Grande do Sul wurden so zwei öffentliche Fahrten in südliche Richtung unternommen zu Orten, die durchaus sehenswert sind.
 
Canavial (Km 16 ab M. Ramos): Hier wurde nur durchgefahren.
 
Viadutos (Km 29): Inmitten von grünen Hügeln und grünen Tälern gelegen, ein verträumter Ort. Der Name stammt von den gleich mehrmals vorkommenden Eisenbahnbrücken über die zahlreichen sanften Täler in dieser Gegend. Das Streckengeleise befindet sich hier übrigens in bestem Zustand.
 
Das AIFFLA-Projekt umfasste am Rande auch die Weiterführung des Verkehrs nach Rio Grande do Sul, doch wiederholte Anfragen nach Porto Alegre ergaben zwar, dass der Staat daran interessiert sei, doch mehr auch nicht.
 
Doch immerhin, es hat sich in kurzer Zeit einiges bewegt in Santa Catarina, und man kann hoffen, dass diese ersten Anläufe in die richtige Richtung weiter verfolgt werden und das Projekt Vale do Contestado doch noch komplett realisiert werden kann.
 
Seit Anfang 2004 existiert von Seiten der Bundesregierung auch endlich eine gesetzliche Regelung für touristische und historische Bahnen, wobei diese sogar eine finanzielle Unterstützung des Bundes erhalten, wenn sie verschiedene sicherheitsrelevante Auflagen einhalten, was bei diesem Betrieb hier und den anderen der ABPF in Südbrasilien ganz sicher gegeben ist. Es liegt auch in der offiziellen Politik der Regierung Lula, alle diese Projekte zu fördern. So ist auch das komplette AIFFLA-Projekt bei der ANTT (Nationale Verwaltung für Landtransport) eingereicht worden, um dessen Förderungswürdigkeit zu ermitteln.
 
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