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Die Standseilbahn auf den Monserrate in Bogotá/Kolumbien Insgesamt gibt es in Lateinamerika drei Standseilbahnen, die mit denjenigen in Europa verglichen werden können. Ein davon ist in Santos, Brasilien. Eine weitere Bahn befindet sich in Santiago/Chile, Und die dritte Bahn ist diejenige in der Hauptstadt Kolumbiens, Bogotá. Eine weitere, inzwischen eingestellte Bahn befand sich in Rio de Janeiro. In Santos gab es eine weitere Bahn mit Wasserantrieb, das Funicular Nova Cintra, auf der Nordseite des Hügels der aktuellen Bahn. Sie wurde 1902 eröffnet und 1922 nach einem schweren Unfall wegen Kabelbruches eingestellt. Bogotá besitzt mit dem nahegelegenen Berg Monserrate eine touristische Attraktion erster Güte. Vom Berg hat man nicht nur eine wunderschöne Aussicht über die Stadt, es befindet sich dort auch eine vielbesuchte Wallfahrtskirche. Zur Erschliessung des Berges wurde 1929 eine Standseilbahn gebaut. Es ist eine typisch schweizerische Bahn mit zwei Fahrzeugen und einer Abtschen Ausweiche. Dabei sind die jeweils äusseren Räder mit einem doppelten Spurkranz, das heisst mit einer Rille, die inneren als flache zylindrische Rollen gebaut. Die Weichen haben keine beweglichen Teile, und die Konstruktion der Räder bewirkt, dass beide Wagen auf die richtige Seite gezogen werden. Nach schweizerischer Usanz verkehrt Wagen 1 auf der linken Seite und Wagen 2 auf der rechten Seite, in Fahrtrichtung aufwärts gesehen. Hier einige Aufnahme aus der "Schweizer Bauzeitung" von 1933 aus den Anfängen:
Die technischen Daten der Bahn waren bei der Erstellung wie folgt:
Die Schwellen sind Winkelschwellen. Die Seilführungsrollen sind aus Gusseisen. Dazu kommt eine Spindelhandbremse für die Sicherung im Stillstand. Die Fahrzeuge hatten eine Länge von 9 Meter und einen Radstand (2 Achsen) von 5 Meter. Sie fassten in 4 Abteilen 40 sitzende und 20 stehende Passagiere oder total 60 Passagiere. Das Leergewicht betrug 7, 2 Tonnen, das Bruttogewicht 11,4 Tonnen. Der Antrieb war ein Ward-Leonard-Gleichstrommotor von 750 Volt und 90 PS mit 970 Umdrehungen pro Minute. Die Fahrgeschwindigkeit betrug 1,8 Meter/Sekunde. Der Antrieb war von Hand in der Bergstation, der Kontroller hatte 9 Fahrstufen je Fahrtrichtung, das Anhalten erfolgt dann mit der Handbremse. Falls dies nicht erfolgte, trat die automatische Sicherheitsbremse in Kraft, die aber auch vom Fahrzeug aus mittels eines Pedals ausgelöst werden konnte. Die elektrische Ausrüstung stammte von Brown, Boveri & Cie. in Baden/Schweiz. Die Stromversorgung erfolgte durch die "Las Empresas Unidades de Electricidad S.A. in Bogotá. Die Unterstation befand sich in der Talstation. Der Strom wurde als Drehstrom von 6600 Volt und 60 Perioden geliefert. Die Berg- und Talstation (siehe Bild oben) wurden im damals üblichen Stil erbaut. Modernisierung der Bahn Im Jahre 1955 wurde eine parallele Luftseilbahn, eine Pendelbahn mit zwei Kabinen, ebenfalls von der Firma Von Roll erbaut, die auch nur über eine Handsteuerung verfügte. Sie dient der Entlastung der Standseilbahn. Sie verkehrt von Montag bis Samstag von 07 Uhr 30 bis 21 Uhr alle 20 MInuten. Im Jahre 1962 wurde die Standseilbahn von der gleichen Firma, die inzwischen ABB Asea Brown Boveri AG hiess (heute hat die Firma Garaventa AG in Gwatt bei Thun/Schweiz diesen Geschäftsbereich übernommen) unter der Leitung von Ingenieur Ernst Wetzel ausgiebig modernisiert. Ein neuer Ward-Leonard-Gleichstromantrieb wurde eingebaut. Der Motor hat eine Leistung von 150 PS bei 970 Umdrehungen pro Minute. Die Fahrgeschwindigkeit stieg auf 2, 5 Meter pro Sekunde, die Fahrzeit dürfte sich auf 5,5 Minuten reduziert haben. Gleichzeitig wurden neue Fahrzeuge in Betrieb genommen. Diese haben eine Länge von 10,15 Meter und einen Radstand von 5,948 Meter (2 Achsen). Die Karosserie stammt von der Firma Carosserie Gangloff AG in Bern. Sie haben 25 Sitzplätze und 57 Stehplätze, total 82 Plätze. Eines der alten Fahrzeuge wurde indessen bewahrt. Neu ist eine automatische Steuerung ab dem Kontrollpult in der Bergstation, doch ist der Handantrieb zusätzlich weiter verfügbar. Vom Fahrzeug aus kann die Notbremse mit einer Taste ausgelöst werden. Die Steuerung und die Sicherheitsanlage stammt von der Firma Kündig AG. in Luzern, die jedoch nicht mehr auf diesem Gebiet tätig ist. Die führenden Leute gründeten eine neue Firma, die Sisag in Altdorf, welche weiterhin solche und automatische Steuerungen herstellt. Die Standseilbahn (Funicular) und Luftseilbahn (Teleférico) befinden sich an der Carrera 2 E, Nr. 21 – 48, Tel.: (0057)-2845700. Betreiber der beiden Bahnen ist heute die Compañía Teleférico Monserrate S.A. in Bogotá. Die Firma HL Ingenieros mit Hauptsitz in Bogotá hat 1985 das Hauptkabel und das Kontrakabel der Luftseilbahn für einen Betrag von USD130'000 ersetzt. 1991 hat die gleiche Firma bei der Standseilbahn die elektrischen Einrichtungen überprüft und die Stromversorgung und Ueberwachung der elektrischen Anlage erneuert. Im Jahre 2003 wurden neue Karosserien für die Fahrzeuge beschafft. Diese weisen als Neuheit ein verglastes Dach auf, das auch auf der untenstehenden Innenaufnahme erkennbar ist. Auch diesmal wurde eine alte Karosserie bewahrt und aussen aufgestellt. Heute fährt man mit 3,2 Meter pro Sekunde, die Fahrzeit beträgt 5 Minuten. Die Standseilbahn verkehrt jetzt täglich, Montag bis Samstag von 07.45 bis 11.45 Uhr, an Sonntagen von 05.30 bis 16.30 Uhr und an Feiertagen vom 05.30 bis 18.00 Uhr. Die Fahrpreise sind heute 13'400 Pesos, nachts, wenn die Luftseilbahn nicht fährt vom Montag bis Samstag ab 17.30 Uhr 17'000 Pesos, und an Sonntagen 8'000 Pesos (alle Preise für die Hin- und Rückfahrt).Die Luftseilbahn fährt von Montag bis Samstag vom 12.00 bis 24.00 Uhr, an Sonntagen vom 06.00 bis 18.00 Uhr, die Preise sind die gleichen wie für die Standseilbahn, doch gilt auch hier ab 17.30 Uhr der Nachttarif. Auch hat die jetzt Bahn eine umfangreiche Website mit einer Fotogallerie, auf der man auch die neuen Fahrzeuge sieht.
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