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FREUNDE LATEINAMERIKANISCHER BAHNEN FLB / AIFFLA PR-ABTEILUNG: Samuel Rachdi, Bahnhof, CH-6422 Steinen SZ; Tel. +41/41/832.01.34; Fax +41/41/832.01.35 Bald Ende Dampf in Patagonien? Werkstätte El Maitén 1989, Foto Archiv FC VOLTA O TREM 7. Jahrgang, Nummer 2
MITTEILUNGEN FLB-INTERN An der Generalversammlung des FLB am 1. März nahmen 19 Personen teil, was einen absoluten Rekord darstellte. Die GV selbst wurde innert kurzer Zeit zur vollen Zufriedenheit aller Anwesenden abgewickelt. Nebst den üblichen Berichten und Abstimmungen stand eine Abstimmung über eine Finanzhilfe an den Aufbau des Projektes Líneas Férreas Uruguayas an, und nach langen Diskussionen wurden auch die Modalitäten zur Gewährung einer entsprechenden Hilfe angenommen. Es geht um die Wiederinbetriebnahme eines Dieseltriebwagens der ehemaligen argentinischen Bahnen FA, welcher von LFU gekauft wurde und in Paraná auf Reparaturen wartet. Sobald die Aufarbeitung erfolgt ist, wird der Personenverkehr auf der zur Zeit für den Güterverkehr in Reparatur stehenden Linie Florida - Kilómetro 329 aufgenommen. Die Auszahlung der Finanzhilfe erfolgt in Etappen, welche vom Arbeitsfortschritt in Paraná abhängen. Präsident Peter Lais steht dazu in dauerndem Kontakt mit Marcelo Benoit in Montevideo. Neu hat FLB/AIFFLA einen Membership Officer für Nordamerika. Oscar Jalice, vormaliger Angestellter der Kubanischen Staatsbahn UFC, ist begeisterter Anhänger von AIFFLA und will unsere Organisation unterstützen. Auch hat er immer noch Beziehungen zu Kuba, welche uns auch helfen werden mehr Informationen aus diesem Land zu bekommen. Er befürchtet den Untergang der UFC wenn eines Tages das sozialistische System auf der Insel zusammenbricht und hofft, dass die AIFFLA dann mit Ideen einspringen kann. Dadurch werden ab sofort vermehrt AIFFLA Publikationen auch in Englisch erscheinen, so wird dies bei dieser VoT erstmals der Fall sein. In Punta Alta, Provinz Buenos Aires Argentinien, entstand im April 2003 die Comisión Organizadora del Centro de Estudios Ferroviarios - Ferroclub del Sudoeste Bonaerense. Eine Organisation welche sich, ähnlich unserer AIFFLA, zum Ziel gesetzt hat den Schienenverkehr wieder aufzubauen und zu fördern. Präsident Peter Lais steht im Kontakt zu dieser Organisation und es wird sicher zu einem Austausch der Ideen und Gedanken kommen. ARGENTINIEN Was passiert mit La Trochita? Die Wirtschaftskrise hat die Provinz Chubut voll erfasst. Es fehlt an Geld, die Infrastruktur der Linie El Maitén - Esquel zu reparieren. Die Hoffnungen, dass die Firma Benetton, welche an der Strecke eine Hacienda betreibt, etwas Geld für den Streckenunterhalt ausgibt, haben sich im Nichts aufgelöst. Die Anschlussstrecke El Maitén - Ñorquincó - Ingeniero G. Jacobacci in Rio Negro wird nicht so schnell wie geplant wieder aufgebaut, denn auch Rio Negro hat nicht die Mittel dazu. Alle Arbeitsbeschaffungsprogramme und Denkmalschutzfonds des Staates reichen nicht aus, denn diese werden auch laufend kleiner. In der Saison 2002/2003 blieben auch viele Touristen, vor allem die meisten inländischen, aus. Ausländische Touristen konnten kaum angelockt werden, da der wöchentliche Zug El Maitén - Esquel nicht verkehren kann. Charterzüge sind nur noch über kürzere Abschnitte ab El Maitén und ab Esquel möglich. Nicht mehr lange, und die Provinz muss Personal abbauen, was sich wiederum auf eine schnelle Reaktivierung sehr negativ auswirken wird. Wird La Trochita sterben? AIFFLA wird die Entwicklung genau verfolgen. Bald wieder eine Staatsbahn: Verschiedene Meldungen laufen in Richtung von Neugründungen (Mehrzahl!) von Staatsbahnen in Brasilien. Zum einen scheint die Regierung unter Präsident Lula immer mehr zu einem Personenfernverkehrssystem auf der Schiene zu neigen, welches die wichtigsten Korridore im Lande erschliessen soll, wobei kaum ein zusammenhängendes Netz entstehen wird. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen scheint deshalb eine Art "brasilianischer Amtrak" immer realistischer zu werden. Auf der anderen Seite unternimmt der Teilstaat Mato Grosso do Sul zur Zeit konkrete Schritte, Eisenbahnlinien auf seinem Gebiet zu übernehmen und scheint mit dieser Absicht in Brasília sogar offene Türen einzurennen. Schon fast legendär sind die fehlenden Investitionen und die Misswirtschaft des Konzessionärs Novoeste, mit den Strecken Baurú - Campo Grande - Corumbá und Campo Grande - Ponta Porã. Diese Strecken wurden als erste vor knapp 10 Jahren privatisiert, aber nur der Abschnitt Baurú - Campo Grande erreicht, nun unter der Verwaltung von Brasil Ferrovías, etwa die Leistungsfähigkeit, welche zu Bundesbahnzeiten vorlag. Nun hat die Regierung von Mato Grosso do Sul in Brasília beantragt, die Strecken von Campo Grande nach Corumbá und nach Ponta Porã aus der Konzession Novoeste/Brasil Ferrovías herauszunehmen und sie in die Hände des Bundesstaates zu überführen. Der Staat will dann mit vorhandenen Mitteln, sowie Streckenbenützungsgebühren für Güterzüge von FCO (Bolivien) und Novoeste (Brasilien) diese beiden Linien renovieren und auch für den Personenverkehr reaktivieren. Im Staate São Paulo wurden Inox-Wagen des ehemaligen "Bandeirante"-Zuges (Campinas - Brasília) ausgemacht, welche für die Bildung des Trem Pantaneiro aufgearbeitet werden sollen. Geplant ist, dass beide Streckenteile je einmal in der Woche im Personenverkehr bedient werden sollen. Eine Reaktivierung dieser Strecken steht im obersten Interesse des Staates, denn der Tourismus in dieser Gegend ist seit Wegfall der Bahn um 60% gesunken und die Entvölkerung der teilweise isolierten Gemeinden hat unerträgliche Ausmasse angenommen; 7 Gemeinden mussten wegen Einwohnermangel aufgelöst werden, andere verloren bis zu 80% ihrer Einwohner! Verschiedene lokale Initiativen, wie aus den Gemeinden Aquidauana und Miranda, versuchten schon, diesen Zug zu reaktivieren, doch sie verfügten nicht über das notwendige Geld und konnten sich mit ihren Plänen auch nicht gegen Novoeste durchsetzen. CHILE
Servicio Terrasur, der schnellste Fernverkehrszug Lateinamerikas! Foto: EFE Chile COSTA RICA Allen Meldungen zum Trotz: die Bahn fährt noch immer. Incofer bietet immer noch jeden Samstag und Sonntag ein Zugpaar zwischen San José und Caldera an. Von Caldera nach Puntarenas verkehrt jeweils ein Anschlussbus. Auch der Güterverkehr hat, vor allem auf dem Atlantiknetz, wieder kräftig zugelegt. Nebst Zement werden Bananen, Düngemittel, landwirtschaftliche Güter und Industrieprodukte wieder vermehrt mit der Bahn transportiert. Eindeutig erkannt wurde, dass das Strassennetz den Anforderungen bei weitem nicht genügt. Trotz den Anstrengungen des Personals verkommen aber immer grössere Teile der Infrastruktur. Elektrischer Betrieb findet gar nicht mehr statt. Die Regierung will die Bahn immer noch loswerden, doch die zum Teil sonderbaren Konsortien konnten den Ansprüchen nicht genügen. Allerdings sind die Übernahmebedingungen sehr grosszügig und unternehmerfreundlich. Der Verkehr soll aber unverändert bis zur endgültigen Privatisierung aufrecht erhalten werden; eine weitere Stillegung des ganzen Betriebes sei nicht mehr zu befürchten. Der Personenverkehr zwischen Sonsonate und Armenia wurde Ende 2002 aufgegeben, womit nur noch der gemischte Zug La Toma - Texis Junction übrigbleibt. Meldungen, wonach die Bahn doch noch verkauft werden solle, gehen um. Es wird von einem Einmalbetrag von 50 Mio. USD gesprochen. Dies, nachdem noch Mitte 2002 aus Regierungskreisen zu hören war, dass die Bahn absolut nicht verkauft werden solle. Weite Teile des Netzes werden noch fallweise für Sonderfahrten genutzt. Nur die beiden nördlichen Streckenstücke von Apopa und Soyapango nach San Salvador hinein können immer noch nicht befahren werden, da Armenviertel bis ins Lichtraumprofil erbaut wurden und noch keine Ersatzlösung für diese Siedlungen gefunden wurde. Im weiteren sind auch die Abschnitte Santa Ana - Ahuachapán, Metán - San Jerónimo (Grenze zu Guatemala) und Sonsonate - Acajutla nicht mehr gefahrlos zu befahren; in all diesem Fällen ist jedoch das Geleise schlecht dran. Die Strecke Soyapango - San Miguel - Cútuco - La Unión, verläuft stellenweise notdürftig in der wegen Kriegsschäden manchmal verlegten Panamericana und wird deshalb durch den Strassenverkehr sehr behindert. Allerdings ist der Bahnverkehr sehr schwach; es verkehren nur etwa 2-3 Güterzüge im Monat nach Cútuco. Für Interessierte: jeden 2. Tag verkehrt der Zug "El Yayabero" zwischen Habana und Sancti Spiritus. Er wird komplett aus Wagen der ehemaligen Reichsbahn der DDR gebildet; die Wagen haben die alte Farbgebung, jedoch kein DB-Logo mehr. Die folgenden Kompositionen wurden seit November 2002 in Kuba gesichtet: Der "Tren Francés" Habana - Santiago jetzt täglich, mit ex-TEE-Inox Zugwagen aus Frankreich gebildet; Habana - Artemisa mehrmals täglich, Zug aus ex-DDR-Schienenbussen in original türkis-weisser Bemalung. Nördlich von Santa Clara, in Richtung Sagua vor allem, kanadische Züge mit ex-VIA Rail-Wagen in blau-gelb und schwarz-weiss-rote Canadian National Loks. Habana - Cienfuegos via Santo Domingo mit ex-VIA Rail Budd-Triebwagen. Einige Züge werden komplett aus mexikanischen Wagen gebildet, allerdings ohne ex-FNM Loks; diese werden im Güterverkehr eingesetzt. Mindestens ein argentinischer Fiat-Dieseltriebwagen wurde komplett modernisiert und neu blau-weiss gestrichen. Er verkehrt Habana - Morón und fallweise für Sonderfahrten auch nach Santiago. In einigen Verbindungen verkehren auch noch immer Züge komplett aus argentinischen Wagen gebildet, und oft funktioniert die Klimaanlage noch perfekt.
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