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FREUNDE LATEINAMERIKANISCHER BAHNEN FLB / AIFFLA PR-ABTEILUNG: Samuel Rachdi, Bahnhof, CH-6422 Steinen SZ; Tel. +41/41/832.01.34; Fax +41/41/832.01.35
VOLTA O TREM 9. Jahrgang, Nummer 4 20. Juli 2005
Die juristischen Abklärungen zur Gründung der Genossenschaft sind gut voran gekommen und Anwalt Adrian Ramsauer aus Winterthur hat die Genossenschaftsstatuten studiert und die notwendigen Änderungen vorgenommen. Peter Lais kümmert sich derweilen um die Vorschriften über die Registrierung einer solchen Organisation. Den Mitgliedern sollen alle Fakten und notwendigen Vorgänge vorgelegt werden, damit über diese Gründung abgestimmt werden kann. Es wird nun doch zu den parallelen Organisationen FLB und Genossenschaft kommen. So kann der FLB als Genossenschafter dieser beitreten, ohne das dies zu einem zwangsweisen Übertritt aller Mitglieder in die Genossenschaft führt. Des weiteren wird es zu einer klaren Trennung zwischen Vereinsleben und den Aufgaben der Genossen-schaft kommen. Detailliertere Informationen folgen sobald Peter Lais alle Schritte abgeschlossen hat. TREN PANAMERICANO Es kam Bewegung in das FLB/AIFFLA-Projekt "Tren Panamericano". Aus Bolivien wurde bekannt, dass die Diskussion zur Übernahme eines Ferrostaal-Schienenbusses der ENFE für diesen Touristenzug gut verläuft. ENFE ist bereit, ein Fahrzeug abzugeben, wobei es sich um den Schienenbus handelt, welcher für den Nahverkehr zwischen Cochabamba und Aiquile vorgesehen war. Da ENFE die USD40'000 für seine technische Sanierung nicht aufbringen kann, kann das Fahrzeug an AIFFLA übergehen. Natürlich wird AIFFLA für die Finanzierung zuständig sein, wobei jedoch noch Kosten von etwa weiteren USD40-50'000 anfallen werden, um auch das Innere komplett zu überholen. Der Betrag von USD40'000 betrifft nur die technische Renovation des Fahrzeuges (Remotorisieren usw.). Interessenten für den TREN PANAMERICANO lassen sich bitte schon jetzt im Fahrplancenter oder bei FLB- Präsident Peter Lais registrieren. In Kürze wird die erste Ausgabe eines Informationsblattes erscheinen, welches registrierten Interessenten zugesandt wird. Registrierung unter Fax 0041 41 832 0135 oder info@fahrplancenter.com oder peter.lais@hispeed.ch. ARGENTINIEN Nach einer Serie von meist technischen Pannen, welche Mitte Juli sogar einen Zug bei Minus 10°C in 4000 Metern Höhe stranden liess, wurde den Betreibern des Touristenzuges "Tren a las Nubes" von der Provinz Salta die Konzession entzogen. Laut Insider-Meldungen kann es bis ein Jahr dauern, bis dieser populäre Zug wieder verkehren wird. Die Vorortsbahnstrecke Niterói - Visconde de Itaboraí befindet sich seit Mai 2005 im Wiederaufbau. Sie wurde im November 2004 im Bereich der Gemeinde São Gonçalo unterbrochen, nachdem ein Hochwasser Abwasserleitungen einer Fabrik bersten liess und diese wiederum das Geleise unterspülten. Wie schnell sich fehlender Verkehr auf einer Bahntrasse bemerkbar macht konnte an dieser Strecke danach bestens studiert werden. Trotz Wegweisungen durch die Polizei entstanden zwischen Februar und Mai 2005 nicht weniger als 80 illegale Hütten auf der Bahntrasse. In weiteren 45 Fällen bauten Anwohner Anbauten an ihre Häuser, die näher als die zulässigen 6,5 m an die Schienen reichen; ausserdem wurden über 300 m Schienen und rund 600 Schwellen gestohlen. Die Betreibergesellschaft Central musste deshalb auf einen Kredit des Staates Rio de Janeiro warten, welcher monatlich angepasst werden musste, da nicht nur der fehlende Bahndamm, die fehlenden Schwellen und Schienen ersetzt werden müssen; Central muss auch den Abriss der Hütten und teilweise den Umzug der illegal siedelnden Familien bezahlen (warum müssen dies Strassenbehörden in vergleichbaren Fällen nie tun? die Red.). Ende Juli 2005 wird Central den Verkehr wieder mit 2 Zugpaaren an Werktagen aufnehmen. Weitere Meldungen zu Brasilien werden ausführlich in der nächsten FAHRPLANCENTER NEWS noch vor Ende 2005 erscheinen Eingaben und Anträge an die Regierung und an Staatspräsident Lagos können etwas bewirken. Die Stadt Valdivia wollte nicht ohne Bahnanschluss sein und bestand hartnäckig darauf, die Zweigstrecke Antilhué - Valdivia im Rahmen der Erneuerung der Strecke Temuco - Puerto Montt ebenfalls wieder in Betrieb zu nehmen. Und die Stadt war erfolgreich. Nach Abschluss der Arbeiten zwischen Temuco und Puerto Montt wird ab Anfang 2006 die Zweigstrecke renoviert und mit etwa einem Jahr Verspätung wird auch Valdivia wieder von Personenzügen etwa ab Ende 2006 bedient. MERVAL hat Anfang Juli den Betrieb eingestellt. Ende November wird die S-Bahn von Valparaíso mit neuen Gleisanlagen, erneuerten Bahnstationen, einem Tunnel unter der Stadt Viña del Mar und ganz neuen Zügen den Betrieb wieder aufnehmen. BIOTREN hat den Verkehr zwischen Talcahuano, Concepción und Hualquí, sowie die Zahl der Züge nach Laja und Renaico drastisch gekürzt, um die Arbeiten an der neuen S-Bahn von Concepción zügig voranzubringen. Ende 2005 wird die S-Bahn ihre Hauptstrecke wieder voll betreiben und im Laufe von 2006 die neue Zweigstrecke nach Süden eröffnen. Talca - Constitución, die meterspurige Nebenbahn, verkehrt wieder 2 mal in der Woche, nachdem die Strasse nach Constitución wieder geöffnet wurde. Die Bahn hatte über mehrere Monate sehr gute Dienste als Strassenersatzverkehr geleistet und verkehrte bis 4 mal im Tag in jeder Richtung. ECUADOR Die Gemeinden und Departemente Ecuadors wollen das Schicksal der Bahn in ihre Hände nehmen. Es wurden Verhandlungen mit der Regierung in Quito aufgenommen. Man rechnet etwa USD230Mio. in die marode Bahn stecken zu müssen, um die Strecken San Lorenzo - Ibarra - Otavalo, Quito - Durán und Sibambe - Cuenca wieder in Betrieb nehmen zu können. Den lokalen Behörden geht es darum, den Tourismus und auch den allgemeinen Verkehr zu fördern. Da die Gemeinden jedoch keinen Betreiber für die Bahn haben, werden sie wohl wieder auf die bestehende Organisation ENFE zurückgreifen müssen, was vielen nicht passt, da ENFE in den vergangenen Jahren alles andere als zuverlässig war. Die vorübergehende Einstellung des Personenverkehr zwischen Soyapango und San Salvador scheint doch definitiv zu sein, obwohl der Zug sehr rege genutzt wurde, selbst als alle Buslinien den Verkehr kurz vor dem 30. April wieder aufnahmen. Der Touristenzugverkehr von Cali nach La Tebaída und Buga läuft in der Tat schon rege; fast jedes Wochenende verkehren Züge, wenn auch in der Regel mit Diesellok bespannt. Die Fahrten sind bei der Bevölkerung von Cali sehr beliebt und fast immer ausverkauft. Obwohl nur Hin- und Rückfahrt verkauft werden und diese wesentlich über vergleichbaren Bustarifen liegt, soll es immer mehr Leute geben, welche diese Züge für eine einfache Reise von oder nach Calí benützen. Doch oder doch nicht? Das ist hier die Frage. Erst hiess es , die Konzessionen und Arbeiten für die S-Bahn ab Ciudad de México seien vergeben. Auf der Strecke México Buenavista - Cuautitlán begannen auch schon die Bauarbeiten an mehreren Strassenüber- und Unterführungen. Doch kaum liefen die Arbeiten 6 Wochen lang, mussten sie, angeblich wegen eines Formfehlers in den Konzessionen. wieder eingestellt werden. Die Eröffnung der Verbindung Ende 2006 ist bereits verschoben worden. Für die einzige 2005 angekündigte öffentliche Fahrt zwischen Lima und Huancayo liegen aus Europa fast keine Buchungen vor. Da rächt sich die mangelnde Weitsicht von FCCA, diesen Zug häufiger anzubieten. Ausserdem das schlechte Marketing; erst seit Mai steht fest, dass der Zug ganz sicher fährt! Die schlechte Auslastung wird der FCCA auch weiterhin Gründe geben, den Zug nicht mehr öfters zu führen. Aber alleine dem Fahrplancenter liegen inzwischen 761 Anfragen (darunter Ehepaare, Familien, Gruppen, total über 1700 Personen) für Fahrten vor, für 48 Wochenenden im Jahre 2005, aber eben ausgerechnet niemand für Ende Juli. Dies trotz deutlicher Angaben im Internet, dass der Zug nur einmal verkehrt! Die Regierung und die Staatsbahn AFE wollen im Personenverkehr doch aktiv werden. Zu oberst auf der Liste steht die Wiedereinführung von Personenzügen von Montevideo über Sayago, Peñarol, Manga, Toledo, Suárez und Pando bis ins 44 km entfernte Victor Sudriers. Dafür soll mindestens ein Triebwagen beschafft werden. Auf der Wunschliste der AFE stehen allerdings noch weitere Triebwagen, so auch um den Verkehr nach 25 de Agosto zu verbessern. Auffallend ist jedoch, dass auf der Wunschliste der AFE auch die Reaktivierung der Bahnstrecken Florida - Kilómetro 329, Paysandú - Salto und Nico Pérez - Rio Branco steht, alles Strecken, welche bei LFU ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Des weiteren muss für eine Ausweitung des Verkehrs der alte Hauptbahnhof wieder in Betrieb genommen werden. Dies ist auch geplant. Doch im Moment ist die Lage Uruguays nicht gerade rosig. Bis Mitte 2006 kann das Land keine Kredite mehr aufnehmen; die Verschuldung muss gestoppt werden. Allerdings kann von Seiten der AIFFLA bestätigt werden, dass eine wesentliche Verbesserung des regionalen Schienenpersonenverkehrs von Montevideo bis 25 de Agosto (bisher schon bestehend) und neu bis Florida, San José, San Ramón und Minas, inkl. Rollmaterialerneuerungen (Ganz-Mávag Züge; Schienenbus; Fiat- und Allan-Wagen) und die Wiedereröffnung des alten Hauptbahnhofes schon für etwa USD5Mio. zu realisieren wären. Ein Betrag, der über 2 Jahre mit landeseigenen Mitteln aufgebracht werden könnte.
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