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Einleitung Diese Studienreise musste leider wegen mangeldem Interesse abgesagt werden. Es hatten sich nur 2 Teilnehmer für die Reise angemeldet. Wir werden aber diese Seite stehenlassen, denn es hat durchaus noch interessante Informationen darauf. Eisenbahnstudienreise der FLB/AIFFLA Freunde Lateinamerikanischer Bahnen nach Argentinien 2005 Freitag, 21. Oktober bis Sonntag, 13. November 2005
"Buenos días, Argentina" - so sangen damals die deutschen Fussballer, als sie zur Fussball-WM im südamerikanischen Staat abreisten. Man darf den Besuch dort natürlich mit diesen Gesängen beginnen; wichtig ist es jedoch, diesem Land zwischen Atlantik und Anden, zwischen dem subtropischen Norden und dem windumtosten Patagonien mit offenen Sinnen zu begegnen. Welche Bilder verbinden wir mit Argentinien? Gauchos, grosse Rindviehherden in der Pampa mit den entsprechenden kulinarischen Auswirkungen, Tango, Fussball, Mate-Tee - all das gehört zweifellos dazu, auch wenn die berittenen Viehhirten nicht die Bevölkerungsmehrheit bilden und sich da und dort auch motorisiert haben. Argentinien ist ein Land, das für Einwanderer aus manchen europäischen Staaten zur neuen Heimat wurde und das von den Fähigkeiten, Kenntnissen und Traditionen dieser Immigranten profitieren konnte. Einst als Vizekönigreich Río de la Plata Teil des spanischen Kolonialreiches, löste sich Argentinien am 9. Juli 1816 von der "Madre Patria" und etablierte sich als unabhängige Republik. Zur Ruhe kam der neue Staat jedoch selten; Wirtschaftskrisen, diktatorische Regierungen oder Korruption machten und machen der Bevölkerung das Leben schwer. Vor diesem Hintergrund überrascht die Herzlichkeit und Offenheit, mit der die ausländischen Besucher willkommen geheissen werden, und in der Tat gestattet eine Reise interessante Einblicke in den Alltag. Die erstklassigen landwirtschaftlichen Produkte - sei es in fester oder flüssiger Form - erfreuen den Gaumen, und die melancholischen Tangomelodien bewegen die Seele. Argentinien ist mit 2,77 Mio km2 das flächenmässig grösste Spanisch sprechende Land der Welt, und mit ca. 38 Mio Einwohnern steht es nach Mexiko und Spanien auf dem dritten Platz der hispanischen Hemisphäre. Die Verteilung der Bevölkerung ist sehr ungleichmässig, konzentriert sich doch ein gutes Drittel in der Hauptstadt Buenos Aires; zusammen mit der gleichnamigen Provinz ergibt sich ein eindeutiger Bevölkerungsschwerpunkt. Aus dieser Tatsache lässt sich schliessen, dass es in Argentinien weite Landstriche gibt, die nur schwach oder überhaupt nicht besiedelt sind. Die enorme Vielfalt Argentiniens fliesst selbstverständlich in dieses Reiseprogramm ein; unser Hauptinteresse gilt jedoch der Eisenbahn. Argentinien wurde durch die Bahn erschlossen und entlang der Schienenstränge entwickelt; zahlreiche Ortschaften verdanken ihre Entstehung ausschliesslich dem "Stahlross". Nach wie vor ist dies im Bewusstsein der Bevölkerung fest verwurzelt und hat auch im Kulturleben seinen Niederschlag gefunden. Fussball - etliche Klubs sind ursprünglich Freizeitvereine der Eisenbahner, z.B. Rosario Central oder Newell’s Old Boys, ebenfalls aus Rosario (aber natürlich von einer anderen Bahngesellschaft!). Dass sich vor allem Firmen aus Grossbritannien dem Bahnbau widmeten - die Briten waren Hauptabnehmer des argentinischen Rindfleisches - lässt sich an Gleis- und Signalanlagen sowie Bahnhofsgebäuden unschwer erkennen. Leider ging man beim Bau des hauptsächlich radial auf die Hafenstädte Buenos Aires, Rosario und Bahía Blanca zulaufenden Netzes nicht sehr koordiniert vor. So entstand ein Wirrwarr von drei Spurweiten (1676 mm, 1435 mm und 1000 mm) mit häufig parallel verlaufenden Strecken, niveaugleichen Kreuzungen und, vor allem in den grossen Städten, verschiedenen Endbahnhöfen. Im Jahr 1947 übernahm der argentinische Staat das durch die bisherigen privaten Betreiber abgewirtschaftete Netz und gründete die "Ferrocarriles Argentinos (FA)". Nach einigen Modernisierungen verschlechterte sich der Zustand jedoch erneut, und 1993 wurden die FA aufgelöst. Das Netz wurde unter verschiedenen, privaten Güterverkehrs-Konzessionären aufgeteilt und der Personenfernverkehr per Dekret abgeschafft bzw. den Provinzen in deren Verantwortung übertragen. Von diesem Schock haben sich die argentinischen Bahnen bis heute nicht erholt, und es besteht berechtigter Grund zur Annahme, dass diese Massnahmen in erheblichem Umfang zur jüngsten, gravierenden Wirtschaftskrise beigetragen haben. Von einem Netz von ca. 44'000 km Länge blieb gerade noch die Hälfte übrig; und auch von den verbleibenden Linien haben etwa 9'000 km seit mindestens fünf Jahren keinen Zug mehr gesehen. Somit werden in Argentinien ungefähr 13'000 km Bahnstrecken mehr oder weniger regelmässig von Güterzügen befahren, aber nur ein kleiner Teil davon wird auch von Personenzügen benutzt. Elektrischer Betrieb existiert nur auf einigen Strecken im Grossraum von Buenos Aires, zum Teil mit seitlicher Stromschiene und, dank japanischer Technik, auch mit 25kV, 50Hz per Oberleitung. Was wir aus unserer Sicht als "S-Bahn Buenos Aires" bezeichnen würden, ist in Wirklichkeit ein Potpourri aus drei Spurweiten, Dieselbetrieb, drei Stromsystemen bzw. Spannungen und 4 Betreibergesellschaften, ausgehend von acht Endbahnhöfen in der Stadt! Mit der Eröffnung der U-Bahn-Linie A (man nennt dieses Verkehrsmittel übrigens "Subte") im Jahre 1913 - Fahrzeuge aus jenem Jahr verkehren immer noch - begann das Metro-Zeitalter in Lateinamerika. Bis auf eine kurze Museumslinie ist die Strassenbahn hingegen aus dem Stadtbild verschwunden. Im Anschluss an die Linie E der Subte verkehrt eine 1987 eröffnete, 7,4 km lange "Prémetro" mit strassenbahnähnlichem Charakter. Ausserhalb von Buenos Aires besteht nur in Resistencia, der Hauptstadt der Provinz Chaco, ein innerstädtischer Schienenverkehr auf den meterspurigen Gleisen der "Belgrano Cargas", betrieben durch die provinzeigene Bahngesellschaft SEFECHA. Alle anderen Städte wie z.B. Córdoba, Rosario, Mendoza, Tucumán und Bahía Blanca haben zur Zeit weder innerstädtisch noch im Vorortsbereich Schienenverkehr. Dank der Initiative einzelner Provinzen haben einige Langstreckenpersonenzüge überlebt oder sind sogar wieder auferstanden. Die jetzige Regierung hat die Wichtigkeit eines funktionierenden Bahnnetzes sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr erkannt, aber um den gegenwärtigen Zustand zu verbessern, sind grosse Anstrengungen und Investitionen nötig. Also dann: "Hasta luego en Argentina!" Oder wo sonst leuchten die Sterne des "Kreuz des Südens" auf ein Picknick in einem MAN-Dieseltriebwagen, der früher auf der Ferieninsel Mallorca seine Runden drehte? REISEPROGRAMM Tag 1 Abflug Zürich - Buenos Aires Tag 2 Ankunft in Buenos Aires, Zimmerbezug Am Nachmittag touristische Stadtrundfahrt Übernachtung in Buenos Aires Tag 3 Fahrten mit Subte, Prémetro, Historisches Tram (mit AAT/Asociación Amigos del Tranvía) Übernachtung in Buenos Aires Tag 4 Besichtigung LFU-Arbeiten in Liniers Nachmittag/Abend Abfahrt mit "El Gran Capitán" nach Posadas Übernachtung im Schlafwagen Tag 5 Ganzer Tag im Zug Abends Ankunft in Posadas Übernachtung in Posadas Tag 6 Reservetag für allfällige Verspätung "El Gran Capitán" Falls Zeit, Ausflug nach Encarnación/Paraguay (Beobachtung der Rangiermanöver mit der holzgefeuerten Dampflok, Überreste des Fährbetriebes in Pacu Cua) Übernachtung in Posadas Tag 7 Busfahrt Posadas - Resistencia Übernachtung in Resistencia Tag 8 Fahrten mit SEFECHA im Lokalverkehr von Resistencia (Cacuí/Puerto Barranqueras/Puerto Vilela) Führung durch SEFECHA-Bw in Cacuí Abends Abfahrt mit Schienenbus nach Los Amores Improvisierte Übernachtung in Los Amores (Teilnehmer, die das nicht möchten, übernachten im Hotel in Resistencia) Tag 9 Frühmorgens Rückfahrt mit Schienenbus Los Amores - Resistencia Flug nach Córdoba Übernachtung in Córdoba Tag 10 Besichtigung der Bahnanlagen in Córdoba (Estación Mitre, Alta Córdoba, ev. FeMed, FCC), Depotbesuch bei Ferrocentral, Trolleybusse in Córdoba Abends Fahrt mit Ferrocentral nach Rosario oder min. bis Villa María und Bus bis Rosario (falls Ferrocentral verkehrt, alles mit Bahn) Nacht z.T. im Zug (ev. im Bus) und z.T. im Hotel in Rosario Tag 11 Besuch bei der ARAR/Besichtigung Bahnanlagen in Rosario und Busfahrt nach Buenos Aires am Nachmittag/Abend Übernachtung in Buenos Aires Tag 12 Fahrt mit Ferrovías nach Villa Rosa Kurzer Strassentransfer nach Capilla del Señor Fahrt mit Dieselzug nach Victoria und elektrisch nach Tigre Rückfahrt mit Tren de la Costa bis Av. Maipú Fahrt mit elektr. Zug Bartolomé Mitre - Retiro Übernachtung in Buenos Aires Tag 13 Tagesausflug mit Ferrobaires nach Mar del Plata und zurück Übernachtung in Buenos Aires Tag 14 Gegen Mittag Flug nach Bariloche Übernachtung in Bariloche
Tag 15 Ganztagesausflug mit dem Dampfzug Bariloche - Perito Moreno und retour Übernachtung in Bariloche Tag 16 Tagesausflug mit Bus nach El Maitén Depotbesichtigung Ferrovías del Chubut und Fahrt El Maitén-Desvio Thomaé(ev. als Extrazug) Übernachtung in Bariloche Tag 17 Schifffahrt auf dem Lago Nahuel Huapí Abends Abfahrt mit Tren Patagónico nach San Antonio Oeste Übernachtung im Schlafwagen Tag 18 Am frühen Morgen Ankunft in San Antonio Oeste Busfahrt nach Trelew (Mittagessen) und Weiterfahrt nach Punta Tombo zu den Magellan-Pinguinen Rückfahrt nach Puerto Madryn Übernachtung in Puerto Madryn Tag 19 Tagesausflug zur Peninsula Valdés Übernachtung in Puerto Madryn Tag 20 Transfer zum Flughafen Trelew Flug Trelew - Buenos Aires Am späten Nachmittag Fahrt mit Ferrobaires Buenos Aires - Junín Bustransfer nach Bragado und Übernachtung in Bragado
Tag 21 Am Morgen Fahrt mit Ferrobaires Bragado - Luján Besichtigung der Wallfahrtskirche und Mittagessen Weiterfahrt mit Dieselzug der TBA nach Moreno, elektrisch bis Haedo und wieder Dieselzug der Metropolitano nach Temperley Befahren der Metropolitano-Strecken nach Ezeiza - Cañuelas und Glew - Alejandro Korn Rückfahrt nach Buenos Aires (Plaza Constitución) und Übernachtung in Buenos Aires Tag 22 Fahrt auf den Metropolitano-Strecken Buenos Aires - Marinos del C.- Tapiales - G. Catán - Buenos Aires Am Nachmittag Fahrt im Dieselzug P. Constitución - La Plata und retour Abends Besuch AFBA mit Nachtessen im historischen Speisewagen in Caballito Übernachtung in Buenos Aires Tag 23 Tag zur freien Verfügung Fakultativ Fahrt auf der Metrovías-Vorortslinie (früher FC Urquiza) F. Lacroze - General Lemos und retour Nachmittag/Abend Abflug ab Buenos Aires Tag 24 Am Nachmittag Ankunft in der Schweiz Wir verweisen auf die neue Südamerikareise im Jahr 2007, welche mit einem noch im Umbau befindlichen Ferrobus über 4000 km in Brasilien, Bolivien und Nordargentinien verkehren wird, und für den sich bereits 27 Interessenten eingeschrieben haben. Nähere Informationen erhält man vom Fahrplancenter unter info@fahrplancenter.com, oder per Fax unter 0041/41/832.01.35, oder vom Präsidenten des FLB unter peter.lais@hispeed.ch. Die Reisebüros Comet Reisen AG in Zürich (Email: info@cometreisen.ch) und Inti Tours in Deggingen (Email: info@inti-tours.de) nehmen ebenfalls Einschreibungen entgegen.
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